Bundesforum Vormundschaft/Pflegschaft

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Aktuelle Meldungen

  • Der von Prof. Dr. Helga Oberloskamp herausgegebene Klassiker „Vormundschaft, Pflegschaft und Beistandschaft für Minderjährige” ist in neuer Auflage verfügbar. Das Praxishandbuch erläutert alle einschlägigen Normen zur Vormundschaft, Pflegschaft und Beistandschaft und ist eine unverzichtbare Hilfe für Praktiker/innen in diesen Bereichen. Der Band ist beim Beckverlag erschienen und gegen Kosten von 69 Euro dort oder im Buchhandel erhältlich.
  • Momentan erscheinen einige informationsreiche Handreichungen und Bücher zur Situation, Rechtslage und Hilfen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die „Handreichung zum Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen 2017” berücksichtigt die Rechtslage bis März 2017.
  • Careleaver – den Begriff kennt längst noch nicht jeder: Junge Leute, die z.T. über lange Phasen ihres Lebens in der Jugendhilfe aufgewachsen sind, haben sich zusammengeschlossen. In sehr spannender Weise greifen Sie nun Fragen auf wie zB: Was brauchen junge Erwachsene auf dem Sprung in die Selbstständigkeit? Die Veranstaltung „Pflegefamilie und dann?” am 19.6. in Berlin beschäftigt sich mit dieser Frage speziell für Jugendliche, die in Pflegefamilien aufgewachsen sind und richtet sich auch an Vormünder. Wir freuen uns, wenn sie Ihr Interesse findet.
  • Frisch erscheinen ist der Band „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge”, der sich an Vormünder richtet und rechtliche Fragen rund um das Thema UMF erklärt. Autoren sind die Rechtsanwälte Stephan Hocks und Jonathan Leuschner.
  • In der ZKJ 3/2017 ist ein Beitrag zur Förderungen ehrenamtlicher Vormundschaften am Beispiel von ProCuraKids in Bremen erschienen, der auf einer Evaluation des Projekts beruht.
  • Gerade neu erschienen ist als Band 107 der Schriftenreihe "Aktuelle Beiträge zur Kinder- und Jugendhilfe" die Dokumentation der gemeinsam von der Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe im Deutschen Institut für Urbanistik und des Deutschen Instituts für Jugendhilfe und Familienrecht am 10./11.11.2016 veranstalteten Tagung "Neu Maß nehmen! Zukunftsperspektiven der Vormundschaft". Diese kann zum Preis von 19 Euro beim Difu über diesen Link bestellt werden.
  • Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages empfiehlt im Rahmen der Stellungnahme zum Thema „Kinderrechte für Flüchtlingskinder in der Unterkunft, dem Asylverfahren und der Kinder- und Jugendhilfe” die Einführung bundesweit einheitlicher Standards zur Qualifizierung von Vormündern. Langfristig sollte das Themenfeld Flucht und Migration in Ausbildungen, Studiengängen und in Fortbildungsangeboten für Vormünder fest verankert werden (S.5).
  • Die Vergütungen der Berufsvormünder (und Betreuer/innen) werden derzeit politisch diskutiert:
    Zu dem „Gesetz zur Verbesserung der Beistandsmöglichkeiten unter Ehegatten und Lebenspartner in Angelegenheiten der Gesundheitssorge und in Fürsorgeangelegenheiten” haben die Regierungs-fraktionen in den Rechtsausschuss einen Änderungsantrag eingebracht, mit dem die Vergütungs-sätze in § 3 VBVG erhöht werden sollen, und zwar
    - von 19,50 € auf 22,50 €
    - von 25,00 € auf 29,00 € und
    - von 33,50 € auf 38,50 €.
    Der Rechtsausschuss hat am 8. März 2017 eine Expertenanhörung durchgeführt. Eine Beschluss-empfehlung hat er noch nicht veröffentlicht. Diese Erhöhung ist, soweit es Vormünder betrifft, aber auch wenn sie kommt, unzureichend. Von der letzten Anpassung im Jahre 2005 bis zum Jahr 2016 sind die Bruttolöhne in Deutschland um 27,6% gestiegen (Statistisches Bundesamt 2016, Tabelle "Entwicklung der Bruttoverdienste"). Eine Anpassung an diese allgemeine Lohnentwicklung würde daher eine Erhöhung der Vergütungssätze auf
    - 24,88 €
    - 31,90 € und
    - 42,75 € erfordern.
    (nach Informationen von Herrn Prof. Dr. Fröschle, Universität Siegen)
  • Zum ersten Mal hat die Vormundschaft sich als eigenständiger Bereich der Jugendhilfe auf dem Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag präsentiert. Knapp 200 Zuhörer/innen, neben Vormündern und Pfleger/inne/n auch Vertreter/innen der Allgemeinen Sozialen Dienste, von Einrichtungen und Jugendamtsleitungen waren gekommen.
    Unter dem Titel „80.000 mal Chancen für Kinder und Jugendliche – der Vormund mischt mit und manchmal auf?” berichteten und diskutierten der langjährige Vormund Peter Nied (StJA Stuttgart), Prof. Dr. Karsten Laudien (Ev. Hochschule Berlin) und Jacqueline Kauermann-Walter (Sozialdienst katholischer Frauen, Zentrale Dortmund) die Aufgaben der Vormünder, die Abgrenzung zu und Kooperation mit Diensten und Einrichtungen der Jugendhilfe. Die Moderation lag bei Henriette Katzenstein (DIJuF).
    Was genau, diese Frage wurde gestellt, macht die vormundschaftliche Betätigung aus. „Der Vormund handelt an Eltern statt”, so Karsten Laudien, sei nur ein Teil der Antwort, denn auch die Pflegeeltern oder Heimerzieher/innen übernehmen elterliche Aufgaben und es ist nicht Aufgabe des Vormunds, eine möglichst enge (elterliche) Bindung zum Kind/Jugendlichen herzustellen. Auch das parteiliche Eintreten für die Interessen des Kindes/Jugendlichen und dessen rechtliche Vertretung ist zwar ein wichtiger Baustein in der vormundschaftlichen Tätigkeit, aber noch nicht die ganze Antwort. Denn, so Peter Nied, der Vormund ist nicht einfach „Erfüllungsgehilfe der Wünsche” des Kindes oder Jugendlichen.
    Der Vormund – das kristallisierte sich schließlich deutlich heraus – hat die ganz besondere Aufgabe, mit dem Kind oder Jugendlichen zusammen den „roten Faden” in dessen Leben zu suchen, zu finden und gemeinsam daran weiterzuspinnen. Er soll gewährleisten, dass das Kind oder der Jugendliche sich mit seiner eigenen Herkunft, seiner Geschichte und deren Brüchen auseinandersetzen kann. Der Vormund unterstützt das Kind oder den Jugendlichen dabei, Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu finden. Denn für Kinder, die viele Brüche in ihrem Leben erfahren haben, ist es schwierig, „einen roten Faden” im eigenen Leben zu sehen. Ein solcher roter Faden erleichtert es aber, Pläne für die Zukunft zu entwickeln, die über einfache „Wünsche” hinausgehen. Der Vormund unterstützt das Kind oder den Jugendlichen also dabei, die Fragen zu beantworten: Wo komme ich her? Wer will ich einmal sein? Und was kann ich (und können Andere) dafür tun?
  • Auf ihrer Herbstkonferenz am 17. November 2016 haben die Justizminister/innen der Länder einen Beschluss dahingehend gefasst, dass das Vormundschaftsverfahren effizient auszugestalten sei – gerade angesichts der vielen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge. Insbesondere fordern sie das Bundesministerium auf, einen Vorschlag vorzulegen, der die Bestellung von Berufsvormündern ohne persönliches Erscheinen vor Gericht ermöglicht.
  • Der BGH hat mit Beschluss vom 28. September 2016 – XII ZB 251/16 entschieden, dass es nur ganz ausnahmsweise infrage kommt, dem Jugendamt als Vormund im kindschaftsrechtlichen Verfahren Kosten aufzuerlegen.
  • Am 28. März 2017 präsentiert sich die Vormundschaft mit dem Fachforum „80.000 mal Chancen für Kinder und Jugendliche – der Vormund mischt mit und manchmal auf” zum ersten Mal auf dem DJHT in Düsseldorf. Hier finden Sie weitere Informationen.
  • Das OLG Karlsruhe hat im Dezember 2016 einen Beschluss zur Auswahl des zuständigen Jugendamts als Amtsvormund bei örtlicher Zuständigkeit nach § 88a SGB VIII erlassen. Abgelehnt wird durch den Beschluss die Übernahme einer Amtsvormundschaft durch ein Jugendamt, das nicht für die (vorläufige) Schutzmaßnahme einer UMA zuständig ist.
  • Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) bereitet eine umfassende Reform des Vormundschaftsrechts vor. Veröffentlicht wurde im August 2016 ein „Diskussionsteilentwurf”, der auch im Diskussionsforum des DIJuF eingestellt ist. An weiteren Vorschriften, insbesondere zur Vermögenssorge, zu Genehmigungstatbeständen und zur Vergütung wird weiterhin gearbeitet. Das DIJuF plant im nächsten Jahr eine eigene Website zur Diskussion der Reform.
  • Der Ludwigshafener Verein für Jugendhilfe e.V. hat auf seiner Seite einen kleinen Film über Vormundschaft eingestellt, mit Fokus auf der Vormundschaft für unbegleitete Minderjährige.
  • Menschenhandel ist weiter gefasst, als der Begriff vermuten lässt. Strafbar sind seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Bekämpfung von Menschenhandel im Juli 2016 Arbeitsausbeutung, erzwungene Bettelei und Kriminalität, wenn eine persönliche oder wirtschaftliche Zwangslage oder Hilflosigkeit ausgenutzt wird. Frisch erschienen ist ein Bericht zur Situation von minderjährigen Opfern von Menschenhandel in Deutschland. Die Studie ist im Rahmen eines EU-Projekts (kurz „ReAct”) entstanden. Das Projekt zielt u.a. ab auf die berufliche Qualifizierung der VertreterInnen von Kindern (AnwältInnen und Vormündern), um sicherzustellen, dass Kinder als Opfer anerkannt werden und ihre Rechte in Gerichtsprozessen besondere Beachtung finden.
  • Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat nach intensiven Vorarbeiten jetzt einen Arbeitsentwurf für einen Teil der geplanten, „großen” Vormundschaftsreform veröffentlicht. Diesen Diskussionsteilentwurf finden Sie ab sofort auch auf der Homepage des Ministeriums.
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Zuständig für die technische Aufbereitung dieser Website des Bundesforums ist Milad Bisso
(E-Mail: bisso@dijuf.de).

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