Häusliche Gewalt: JAmt-Beiträge zum Reformbedarf und zum Schutzauftrag der Jugendämter frei abrufbar

Die aktuelle Doppelausgabe von DAS JUGENDAMT (JAmt), Heft 7-8/2025, hat sich umfassend dem Thema "Umgang und Sorge bei häuslicher Gewalt" gewidmet. Die hohe Anzahl von Betroffenen erfordert eine (noch) stärkere Sensibilisierung und Qualifizierung in den Jugendämtern und Familiengerichten, (noch) bessere Zusammenarbeit zwischen den Akteur:innen und auch eine gesetzliche Weiterentwicklung. Im Heft finden Sie Beiträge zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und rechtlichen Voraussetzungen sowie Hinweise zu guter Praxis aus unterschiedlichen Perspektiven (Jugendamt, Familiengericht, Anwaltschaft, Wissenschaft). 

Zwei Beiträge daraus sind nun frei auf der DIJuF-Website abrufbar:

  • Katharina Lohse: Reformbedarf im Sorge-, Umgangs- und Verfahrensrecht mit Blick auf häusliche Gewalt

    Spätestens seit Inkrafttreten der Istanbul-Konvention zum 1.12.2018 und der Veröffentlichung des ersten GREVIO-Berichts im Oktober 2022 werden notwendige gesetzliche Änderungen im Straf-, Gewaltschutz- und im Familienrecht mit Blick auf häusliche (Partnerschafts-)Gewalt intensiv diskutiert. Neben verschiedenen Fachveröffentlichungen hat das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) im Jahr 2024 in einem Referentenentwurf (RefE) eines Gesetzes zur Verbesserung des Schutzes von gewaltbetroffenen Personen im familiengerichtlichen Verfahren, in einem RefE zur Änderung des Gewaltschutzgesetzes sowie in einem Diskussionsentwurf zur Modernisierung des Kindschaftsrechts Vorschläge entwickelt. Zuletzt hat Bundesjustizministerin Dr. Stefanie Hubig angekündigt, im Herbst 2025 einen RefE zum besseren Schutz vor häuslicher Gewalt vorzulegen. Katharina Lohse, Fachliche Leiterin des DIJuF, stellt in ihrem Beitrag überblicksartig die Reformansätze vor, die in Bezug auf das Sorge-, Umgangs- und Verfahrensrecht aktuell diskutiert werden.

  • Dr. Monika Weber: Kinder und Jugendliche als Mitbetroffene von Gewalt in Paarbeziehungen – Wie Jugendämter ihren Schutzauftrag wahrnehmen (können)

    Um Leitungs- und Fachkräften mehr Orientierung für die Qualitätsentwicklung im Kinderschutz und das praktische Handeln im Umgang mit Hinweisen auf häusliche Gewalt zu geben, haben die beiden NRW-Landesjugendämter gemeinsam mit 13 örtlichen Jugendämtern eine Empfehlung "Kinder und Jugendliche als Mitbetroffene von Gewalt in Paarbeziehungen" entwickelt. Der Beitrag von Dr. Monika Weber (LWL-Landesjugendamt Westfalen) stellt die zentralen fachlichen Grundlagen und Inhalte der Empfehlung vor.

Weitere Veröffentlichungen zum Thema "Häusliche Gewalt" finden sich unter dem Handlungsfeld "Sorge, Umgang, Adoption".