Beistandschaft mit Leidenschaft am Puls der Zeit
Bundestagung des Praxisbeirats Beistandschaft vom 17. bis 18.6.2026 in Frankfurt a. M.
Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e. V. (DIJuF), Heidelberg, in Kooperation mit dem Praxisbeirat Beistandschaft
Die Bundestagung des Praxisbeirats Beistandschaft beim Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e. V. (DIJuF) befasst sich 2026 mit aktuellen Herausforderungen für Leitungs- und Fachkräfte der Beistandschaft sowie Fachkräfte im Jugendamt und von freien Trägern, die mit der Thematik Beistandschaft betraut sind. Neben Dauerbrennern wie E-Akte und Wechselmodell geht es ua um die Nutzung von KI und digitaler Medien für die Arbeit im Team und in der Sachbearbeitung.
Nutzen Sie die Veranstaltung, um mit Kolleg:innen aus dem ganzen Bundesgebiet und Ex-pert:innen aus der Praxis zu diskutieren! Mittagspause und Abendveranstaltung bieten die Möglichkeit für Austausch und Vernetzung.
Hybrid: Die Veranstaltung findet in Präsenz statt und wird live über Zoom gestreamt. In Präsenz Teilnehmende können in Ton und Bild an die übrigen Teilnehmenden übermittelt werden.
Für den Live-Stream können Sie sich >>hier anmelden.
Programm
Mittwoch, 17.6.2026
10.00 Uhr Anmeldung und Kennenlernen mit Stehcafé
10.30 Uhr Grußwort, Claudia Loske, StJA Frankfurt [angefragt]
10.45 Uhr Beistandschaft am Puls der Zeit – Auswirkungen des gesellschaftlichen Wandels im Fachbereich Beistandschaft, Peggy Göhler, StJA Dresden
11.30 Uhr Fragen und Diskussion
11.45 Uhr Aktuelle Entwicklungen im Unterhalts- und Abstammungsrecht, RiOLG Nicole Siebert, Mitvorsitzende SFK 3, München
12.30 Uhr Mittagspause
13.30 Uhr Arbeitsgruppen
15.30 Uhr Kaffeepause
16.00 Uhr Theorie und Praxis der Stellenbemessung in der Beistandschaft, Bruno Hastrich, INSO GmbH, Köln
16.45 Uhr Fragen und Diskussion
17.00 Uhr Ende des Tages
18.00 Uhr Austausch und Networking mit Abendimbiss
Donnerstag, 18.6.2026
09.00 Uhr Eintreffen
09.15 Uhr Frag‘ NELE – KI in der öffentlichen Verwaltung und speziell im Fachbereich Beistandschaft, Winfried Pfau, Teamleiter IT, Landkreis Ravensburg
10.00 Uhr Fragen und Diskussion
10.15 Uhr Arbeitsgruppen – dazwischen Kaffeepause
12.30 Uhr Mittagessen
13.30 Uhr Blitzlichter aus den Arbeitsgruppen
14.00 Uhr Unterhalt im Wechselmodell und im erweiterten Umgang, Petra Birnstengel, DIJuF, Heidelberg
14.45 Uhr Ausblick und Verabschiedung
Tagungsmoderation: Petra Birnstengel und Vanessa Loock, beide: DIJuF, Heidelberg
Details zu den Arbeitsgruppen
1. Einführung der E-Akte und Digitalisierung im Fachbereich (HYBRID)
Andrea Wastl, KrJA Traunstein, und Stefan Böhler, StJA Nürnberg
Gut geplant ist halb gewonnen – welche Planungen/Überlegungen sind vor der Einführung der E-Akte notwendig und welche Entscheidungen müssen ggf. getroffen werden? Was sind die Must-Have’s im Zusammenhang mit der E-Akte? Wie gestaltet sich die tägliche Arbeit? Was kann außerhalb der elektronischen Fallakte noch digital(er) werden (E-Post, Online-Terminvereinbarung etc.)?
2. Datenschutz im Fachbereich Beistandschaft
Hannah Binder und Petra Birnstengel, beide: DIJuF, Heidelberg
Beistände stehen regelmäßig vor der Frage, in welchem Umfang Sozialdaten verarbeitet und weitergegeben werden dürfen. Wer darf wann welche Informationen erhalten – und unter welchen Voraussetzungen? In dieser Arbeitsgruppe erhalten Sie einen kurzen rechtlichen Überblick zu den Grundlagen der Datenverarbeitung im Fachbereich der Beistandschaft, sowohl im Zusammenhang mit der Beratung nach § 18 SGB VIII als auch während der Beistandschaft. Dabei werden Themen wie Informationspflichten, Auskunftsrechte und Erhebungs- und Weitergabebefugnisse aufgegriffen. Im Mittelpunkt soll der fachliche Austausch stehen: Welche Situationen erleben Sie in der Praxis als unklar? Wo entstehen Konflikte oder Unsicherhei-ten? Gerne können Sie Ihre Fragen bereits im Vorfeld einreichen – wir greifen diese in der Veranstaltung auf und diskutieren sie gemeinsam.
3. Fallwerkstatt – Unterhaltsrealisierung im Ausland
Dr. Isabelle Jäger-Maillet, LL.M., DIJuF, Heidelberg
Welche Besonderheiten sind bei der Begründung bzw. Anerkennung von Abstammungsverhältnissen mit Auslandsbezug zu beachten? Wie kann Unterhalt am effektivsten im Ausland durchgesetzt werden? Im Rahmen eines Erfahrungsaustauschs sollen typische Konstellationen der Bearbeitung von Abstammungs- und Unterhaltssachen mit Auslandsbezug besprochen sowie Ideen für die Weiterentwicklung von Hilfsmitteln für die Beistandschaft gesammelt werden. Die Teilnehmer:innen sind eingeladen, bis zum 1.6.2026 Fallkonstellationen oder Schwerpunkte vorzuschlagen, die erläutert werden sollen bzw. Fragen einzureichen, auf die näher eingegangen werden soll.
4. Mitarbeiterbindung und Stärkung des gesamten Teams unter Berücksichtigung fortschreitender Digitalisierung
Peggy Göhler, StJA Dresden, und Dr. Kathrin Griesewelle, StJA Osnabrück
Die Arbeitsgemeinschaft richtet sich sowohl an Mitarbeitende als auch an Führungskräfte im Bereich Beistandschaften.
Peggy Göhler und Kathrin Griesewelle zeigen Möglichkeiten auf und berichten aus ihrer Erfahrung über das Teamleben und die Aktionen zur Mitarbeiterbindung und Teamstärkung im Bereich der Beistandschaften.
Die Arbeitsgemeinschaft soll zu einem offenen Austausch anregen und Ideen zur Mitarbeiterbindung und Teamstärkung unter Berücksichtigung hybriden Arbeitens geben. Insbesondere folgende Inhalte sollen gemeinsam erarbeitet werden: Leitbilder und Haltungen/Werte im Team Beistandschaft, Schaffung und Erhaltung einer Teamkultur, Optimierung im Umgang mit personellen Veränderungen und Wechseln, Spielregeln zur Zusammenarbeit mit besonderem Augenmerk auf hybrides Arbeiten (Zusammenhalt trotz 50% Homeoffice, Organisation von hybriden Teams, Gestaltung von Teamsitzungen im Online- und Hybridformat), Hilfestellung bei Überlastung und Motivation in schwierigen Zeit mit Verweis auf die Faktoren der Resilienz.
5. Austausch zur Erlangung des Mindestunterhalts
Sigrid Meinderink, BezJA Harburg, Hamburg, und Karin Ruf, KrJA Darmstadt-Dieburg
Ziel der Arbeitsgruppe ist es, Strategien zu entwickeln, um den Mindestunterhalt erfolgreich fordern und durchsetzen zu können.
In der Gruppe werden folgende Schwerpunkte behandelt:
• Erlangung von Titeln auf Basis fiktiver Einkommenszurechnung: Es werden Tipps und Tricks erörtert, wie solche Titel erlangt werden können und welchen tatsächlichen Nutzen sie für die Betroffenen haben.
• Erfahrungsaustausch über die gerichtliche Praxis: Ein zentraler Punkt ist der Austausch über die Schwierigkeiten, die Gerichte bei der Titulierung auf Basis fiktiven Einkommens haben. Dabei wird erörtert, wie konkret vorgetragen werden muss und welchen praktischen Nutzen Titel auf fiktiver Basis letztendlich bieten.
• Nutzung von § 170 StGB als Druckmittel: Die Gruppe diskutiert, wie Strafanzeigen als strategisches Instrument zur Durchsetzung von Unterhaltsansprüchen eingesetzt werden können und den unterschiedlichen Umgang in verschiedenen Gerichtsständen.
6. Herausforderungen im Beurkundungsbereich (HYBRID)
Maik Baier, KrJA Teltow-Fläming und Theodor Bühn, Stadtoberamtsrat Stadt Karlsruhe a.D.
Die Arbeitsgruppe widmet sich aktuellen Fragestellungen und praktischen Herausforderungen im Bereich der Beurkundung.
Der Schwerpunkt liegt auf den geänderten Anforderungen an die Belehrung vor Anerkennung der Vaterschaft durch das Gesetz "zur Umsetzung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zur Vaterschaftsanfechtung", das zum 1.4.2026 in Kraft getreten ist, und ggf. durch die geplanten Änderungen zur Vermeidung missbräuchlicher Vaterschaftsanerkennungen.
Ein weiterer Themenkomplex betrifft die Berücksichtigung kultureller und sprachlicher Besonderheiten der Beteiligten. Diskutiert werden sollen hier insbesondere Möglichkeiten einer zeit- und kostensparenden Organisation von Dolmetschern.